Bosch, Sennheisser und weiter klingende Namen im Audiobereich zieren das Audimax, also den neuen grossen Hörsahl des Sabah Teological Seminary in KK. Auch sonst ist der Neubau gelungen. Ein grosser Hörsaal mit 1000 Plätzen, 12 neue Klassenräume, ein Parkdeck mit 80 Plätzen, eine neue Bibliothek, eine neue Informatikabteilung und eine Ausstellungshalle. Im alten Komplex die funktionellen Wohnungen für ca 25 Dozenten und etwas weiter unten im Tal die Wohnungen bzw Zimmer für die Studenten, und noch etwas weiter abseits die ca 80 jährige Kapelle.
22 Jahre ist das Seminar alt, und jetzt der Neubau, der sehr viel Geld gekostet hat. Der malayische Staat gab zur Erweitreung Land und Geld.
Bob Lo, Bischof der Tsung Zin Mission in Hongkong hielt die Eröffnungspredigt. Er erzählte, dass man in Hong kong das Lutherische Seminar in der Stadt den Mercedes Benz unter den Seminaren nennt, aber das STS sei nun der Rolls Royce.
Nun kann man sich fragen, wieso soviel Geld für die Theologsche Ausbildung.
Nun im STS, das von 8 verschiedenen Kirchen getragen ist, studieren 299 Fulltime-Studenten, das braucht eine gewisse Infrastruktur, und mit dem grossen Hörsaal soll Geld generiert werden , indem man ihn weitervermietet. Er war zur Eröffnung übrigens voll.
Die Eröffnung sollte der islamische First Minister von Sabah halten. Er hatte auch zugesagt, aber war dann im letzten Moment verhindert. Stattdessen schickte er den Minister für Bauren und Infrastruktur, ein Christ, aber die Militärpolizei war den ganzen Tag für die Verkehrsregelung zuständig, und der christliche Minister blieb dann selbstverstandlich auch zum offiziellen Eröffnungsgottesdienst.
Danach Mittagessen (eine Art Stehimbiss) und danach Briefing im Konferenzraum, mit Platz für 50 Personen am runden Tisch, mit Video überagugnsmöglichkeiten und Mikrofonen in den Tischen fest installiert - und wieder die Frage vom Anfang, warum so grossartig?
Man muss hier etwas von der asiatischen Seele verstehen. Auch die Form - und nicht nur der Inhalt sind wichtig. und wer die staatliche (islamische) Universität nur von Aussen gesehen hat, der muss nicht weiter fragen.
Wenn die Christen ihren Status (bei 30% der Bevölkerung) behalten oder gar ausbauen wollen, brauchen sie eine gute Ausbildung, in einer guten und repräsentativen Universität.
Die Ziele des Rektors sind hoch gesteckt. STS soll zum Keyplayer in ganz Malaysia und Indonesien werden.
Ein Anfang ist gemacht, auch Dank der Basler Mission und Mission 21, die einen guten Teil des Baus der Bibliothek finanziert haben.
Am Abend noch Dankeschön-Essen mit den Sponsoren (ca 250 Personen) in einem Seafood Restaurant und dann der Kulturelle Abend im weiderum vollen Hörsaal des STS: eine Mischung zwischen Klassik und Ethno. Mit Sopran und Tenor, dem Studentenchor des STS (100 Personen) und der indigenen Tanzgruppe. Alles in allem gelungen.
Zwischen Eröffnung am Morgen und dem Abendessen besuchten wir noch eine "Hauskirche" der PCS. In einer Wohnung im 3. Stock eines Wohnhauses hat man vor gut einem Jahr angefangen, bald wurde die Wohnung zu klein. Man konnte (mit einem horrenden Zins) die Nachbarwohnung dazukaufen.
Nun ist hier der Gottesdienstraum. Der Treppenaufgang heiss und stickig und eng, dann im 3. Stock eine andere Welt: sauber, frisch, mit Air kondition, roter Teppichboden, der Abendmahlstisch in der Mitte, in der Ecke die Instrumente der Band. OK, man sitzt auf Gartenstühlen auf Plastik, aber sonntags sind sowie nicht genug Stühle da, dann ist der "Saal" voll, ca 300 Personen - und in der Zwischenzeit muss der Pfarrer 2 mal am Sonntag Gottesdienst halten.
Begeistert erzählter er vom Gemeindeaufbau, und davon, dass auch "Mittelständler" zu seiner Gemeinde gehören, dann das gibt der Gemeinde mehr (finanziellen) Spielraum. Und so wird man bald auch einen weiteren Studenten ans STS schicken können.
