Freitag, 27. Februar 2009

Aller Anfang ist schwer, auch der Einzug in eine möblierte Wohnung

.... wenn die Besitzerin aus zwei Schlüsselbunden krampfhaft versucht, den Schlüssel für das Aussentor, dann den für das Gitter vor der Wohnung (immer abschliessen!!) und auch noch die zwei Wohnungsschlüssel zu finden.
Schlussendlich haben wir alle Schlüssel, aber es sind Kopien vonKopien von denen Kopien gemacht worden waren, und das Schloss an der Tür ist so alt, dass es entweder nicht auf oder nicht zu
schliesst. Es brauchte einige Zeit bis wir mit unseren Koffern in der Wohnung standen.
Darum erbitten wir zumindest ein neues Schloss, das heute auch - fast wider erwarten - installiert wurde. Die Wohnung in (relativer) Zentrumsnähe: 700 Meter zu
Fuss zur Metro und dann nochmals mit derselben ca 12 - 15 min bis ins Zentrum. Der Fahrpreis ist in Spitzenzeiten zumindest für einen chilenischen Normalverdiener nahe an der Schmerzgrenze: 485 Pesos umgerechnet ca 1 Franken. Der Mindestlohn beträgt 160.000 Pesos, also rund 350 Franken.
Aber zurück zur Wohnung.
Grosszügig ist sie, mit ihren 3 Zimmern und einer kleinen Küche. In Santiago sind die Küchen in den alten Häusern der "besseren" Stadtteilen immer klein, dann da arbeitete ja "nur" die Hausangestellte. Wohnküche - was ist das?
Nun die Küche ist zwar klein und zum Ausgleich auch wenig sauber, ebenso wie das Badezimmer. Da
hiess es dann: selbst Hand anlegen und putzen. Am Samstag soll ein Maler kommen, der das Badezimmer neu malt, aber es fehlt auch noch ein "Gasfitter", also ein Klempner, der die Armaturen so herrichtet, dass man auch duschen oder baden kann. Insgesamt wäre es eine schöne Wohnung, wenn die Besitzerin nicht schon vor Jahren aufgehört hätte, etwas zu investieren. Die Gründe dafür kenne ich (noch) nicht. Aber die Klagen über die tropfenden Wasserhähne sind so alt wie der Hausmeister, oder zumindest so alt , wie er als Hausmeister im Gebäude amtet: 10 Jahre. Ach ja - die Fenster schliessen auch nicht. Jetzt im Sommer ist es ja ganz angenehm, wenn bei 30 Grad ein etwas kühlerer Luftzug durch die Wohnung weht - aber wenn der Herbst kommt?

Donnerstag, 26. Februar 2009

Callcenter und Fluggesellschaften

Also wir sind da. Beide. Im gleichenFlugzeug geflogen und auch in Santiago angekommen - was nach während des Check ins in Zürich nicht zu erwarten war: Also ich war gebucht, Blanca auch, aber sie war nicht im System. Ein freundlicher Mensch am Helpdesk der Swiss mühte sich 45 Minuten ab, um unsere Boardingpässe auszustellen - vergeblich. Schlussendlich hatte ich alle meine Boardingpässe bis Santiago - und Blanca bis Frankfurt. Dort sollten wir sofort an den Lufthansaschalter und den Boardingpass besorgen. Aber in Frankfurt war am Schalter zunächst erst mal der Drucker kaputt. Lange Warteschlangen beim Checkin, und wieder das Gleiche: zwar hatten wir das E-Ticket von Blanca aber sie war nicht im System. Schlussendlich gelang es der LH Angestellten einen Boardingpass auszustellen und uns sogar nebeneinander zusetzen - und das in einem Jumbo, der bis auf den letzten Platz besetzt war. Aber nur bis Sao Paulo, hier müsse Blanca sich um eine neue Boardingcard bemühen. Gegen 11 Uhr nachts kamen wir von Frankfurt weg. Das Wetter am Morgen um 6 Uhr bei der Landung in Sao Paulo, Brasilien 20 Grad und Nieselregen.
Obwohl wir zuerst in Zürich, dann nochmal in Frankfurt gecheckt worden waren (Gürtel aus, Schuhe aus, Computer auspacken) die gleiche Prozedur nochmals in Brasilien und das, obwohl zum Umsteigen fast keine Zeit war, geschweige denn noch einen Boardingpass zu holen. Wir hetzen an den LH/Swiss Schalter. "Herr und Frau Appl, wir mussten sie umbuchen" - mir fiel fast die Kinnlade runter - "Sie reisen in der Businessclass." Nun da hellte sich mein Gesicht aber auf.
Die knapp vier Stunden Flug bis Santiago waren die angenehmsten Stunden der Reise- dazu noch herrliches Flugwetter über die Anden - ein Traum, die Ankunft in der Mietwohnung ging dann aber eher Richtung Albtraum. Doch davon Morgen mehr. Es ist schon spät. 22 Uhr Ortszeit, das ist in Europa 2 Uhr nachts. Ich denken es war lang genug für uns beide.

Sonntag, 22. Februar 2009

Man hat es nicht leicht oder: Von Callcentern und Airlines

Eigentlich war ja alles klar -mit den Flügen und so. Schon seit September. Stressvermeidung nennt man das, wenn die Flüge gebucht, Bestätigung ausgedruckt und die Fahrt zum Flughafen mit Ruhe angetreten werden kann.
Am Mittwoch, dem 18. Februar klingelt das Handy. Swiss ruft an: "Wir mussten Ihren Flug umbuchen."
Die Krise lässt grüssen. Keine Direktflüge mehr nach SCL - widerwillig akzeptiere ich.
Beim nächsten Klingeln des Handdys, ca. 15 Minuten später, wurde ich von Lufthansa ("Miles and More") erneut darauf hingewiesen dass der Flug nicht auf der vorgesehenen Reiseroute stattfinden kann.
Rückrufe beim Callcenter 1 (wo niemand etwas wusste) ergaben, dass aber nur mein Flug und nicht der meiner Frau umgebucht worden war.
Irgendwie kam dann heraus, dass für uns zwei verschiedene Flüge vorgesehen waren.
Rückruf bei Callcenter 2. Ja das ist richtig. Nur mein Flug wurde umgebucht. Von meiner mitfliegenden Ehefrau wüssten sie nichts.
Am Freitag mehrere Gespräche hin und her- jetzt haben wir die Flüge für Beide in den gleichen Flugzeugen. Eine nicht einfache Angelegenheit. Manchmal sehne ich mich nach den Reisebüros, die sich um alles kümmerten.

Anfänge


Nein, nicht ganz am Anfang will ich anfangen, denn sonst würde das ungeordnete Geordnete ganz bald unordentlich, zumindest unübersichtlich werden. Doch soviel sei zum Anfang gesagt. Eigentlich will dies ein Arbeitsjournal werden, ein Bericht darüber was mir in der Zeit meines Bildungsurlaubs (Dank an die KIVO Märstetten, dem Kircherat des Kantons Thurgau und vor allem den Kirchbürgerinnen und Kirchbürgen von Märstetten) so passiert und andere Teilhaben lassen an dem, was mir durch den Kopf geht. Die Vorbereitungen nahmen eine ganze Zeit in Anspruch. Nein, nicht das Kofferpacken, das ist nur zum Teil meine Aufgabe, sondern die Vorbereitung von Thema und möglichen Inhalten. Pfingstkirchen und historischen Kirchen in Chile. Wie ist der Einfluss der Pfingstbewegung, bzw. der Pfingstkirchen auf die Staat, Gesellschaft, historische Kirche(n) exkl. kath.Kirchen. Was hat sich in den letzten 30 Jahren geändert - auch innerhalb der Pfingstbewegung. Literatur wird später einzufügen sein. Etwas Interessantes aber schon im Voraus: www.glopent.net Hier findet sich allerlei Nützliches, Geordnetes und Ungeordnetes über die Pfingstkirchen. Nicht ganz uninteressant dürfte in diesem Zusammenhang sein, dass die Iglesia Metodista Pentecostal, die älteste der Pfingstkiche in Chile in diesem Jahr ihr 100 Jähriges Jubiläum feiert. Auch dazu zwei Links http://centenarioimp.blogspot.com/ UND www.imepch.cl/joomla15/ Etwas Werbung in eigener Sache darf natürlich nicht fehlen. Hinweis auf zwei Bücher: Karl F. Appl, Die Geschichte der evangelischen Kirchen in Chile, Erlanger Verlag für Mission und Oekumene 2006 und ähnliches auf Spanisch: Bosquejo de la Historia de las Iglesias en Chile, Platero Verlag. Santiago de Chile 1996