Sonntag, 5. Februar 2012

Erst hatten wir kein Glück und dann auch noch Pech (Sabah 4)

Sonntag wars und der Wecker musste um 6 Uhr klingeln. Gemeindebesuch war angesagt. Um 7 Uhr kommen  unsere beiden Fahrer  - hiess es. Der Rest der Gruppe war ja bereits gestern abgefahren, wir blieben in Kudat stationiert. Um 7 Uhr waren Lukas, Elmar, Verena und ich in der offenen Hotellobby - nur Pastor Daniele und der zweite Fahrer waren nicht da,  eine halbe Stunde später standen wir immer noch in der Lobby. Der Export schweizer Uhren garantiert noch lange keine schweizer Pünktlichkeit.
Um 7:50 war es endlich soweit. Wir wurden abgeholt. Entschuldigung, ich habe mich in der Zeit geirrt - und dafür sind wir so früh aufgestanden .
Ziel der Fahrt war Lahong um dort den Sonntagsgottesdienst der Protestant Church of Sabah (PCS) zu besuchen.. Aber nach ca 12 km war der Trip erst mal zu Ende: Plattfuss, und das so kräftig, dass es den Reifen gleich mit zerriss. Aber unser Fahrer mit Hilfe von unserem Pfarrer hat den Schaden dann schnell behoben. Es war wohl nicht der erste Radwechsel, den die beiden machten.
Bis wir allerdings in Lahong ankamen war der Gottesdienst so gut wie fertig. Wir waren gerade rechtzeitig gekommen, um bei der Sammlung der Kollekte dabei zu sein.
 Bis dann allerdings unsere Gruppe vorgestellt worden war und bis Lukas sein Rede gehalten hatte und uns die Kirchenvorsteherschafft vorgestellt wurde ging es dann doch  noch gut eine halbe Stunde.
Anschließend waren wir dann zum Zmorge eingeladen: Nudeln mit Fleisch und Gemüse am Markt von Sikuati.
Unserem Führer fiel dann spontan ein, wir könnten ja noch einen weitreren Gottesdienst besuchen: den in der Bibelschule von Sikuati.
Allerdings kamen wir auch hier gegen Ende. Die Kirche war fast ausschliesslich mit Jugendlichen besetzt, die Predigt aber scheinbar nicht sehr interessant oder sehr lang, denn die Aufmerksamkeit war nicht so gross.
Auch hier wurden zunächst wir vorgestellt, dann wurden alle Mitwirkenden vorgestellt und der Chor mit Band musste noch einmal etwas singen.
Nach diesem Gottesdienst hiess es weiter zum eigentlichen Zielgottesdienst des Tages:
Zur ersten evangelischen (Rungus) Kirche in Sabah in Mahalong.

Freitag, 3. Februar 2012

Ab durch die Mitte (Sabah 3)

Uff  - heute war es früh - mit dem Losfahren. Wecken war noch früher, immerhin hatten wir uns hohe Ziele gesteckt mit unseren beiden Vans, von Tenom nach Kudat. Den ganzen Staat von Süden nach Norden wollten wir heute durchqueren. Dabei galt es zwei Pässe zu überqueren, und die Strasse war über gewisse Strecken alles andere als eine Autobahn. Aber, wir sind angekommen und zwar gegen 17:00 Uhr Ortszeit im Hotel in Kudat.
Doch alles der Reihe nach:
In Tenom ging es um 7:15 Uhr nach dem "reichhaltigen"  zur Tradition gewordenen Frühstück (Weissbrot, Ei, weisse Bohnen an Tomatensosse und Undefinierbares, das sich Würstchen nennt) los. Alles in Allem sollte die Reise unter einem guten Stern stehen, denn in Tenom begegneten uns zwei "DrachenWagen"- und der Drache  (im Jahr des Drachen bei den Chinesen) verheisst Glück. Weit kamen wir allerdings nicht vom Hotel weg, da gab es bereits den ersten Stopp beim ehemaligen Haus von Missionar Hofmeister (der, der von Sabah mit dem Landrover nach Deutschland gefahren ist, um ihn dort zu verkaufen und wieder zurückfuhr, weil er sich darüber ärgerte, dass er so wenig Geld geboten bekam). Also bei dem Haus, in dem er einmal wohnte, machten wir den ersten Halt. Heute ist dort die Frauenarbeit der BCCM untergebracht und es ist zugleich das Handycraft Center. Zum Abschied gab es von den Frauen ein geflochtenes Lesezeichen zur Erinnerung und Beispiel ihrer Arbeit.
Dann aber ging die Fahrt wirklich weiter: durch das fruchtbare Tenomtal nach Norden an vielen erntereifen Reisfeldern vorbei über denen bunte Bänder und kleine Plastiksäcke flattern, um die Vögel zu vertreiben.
Auffällig sind an diesem Tag nicht nur die Reisfelder: Auch die vielen katholischen Kirchen am Weg. Man vergisst, wenn man über Land fährt, dass man eigentlich in einem islamischen Land ist - dafür taucht aber in jedem grössern Ort irgendwo am Strassenrand ein Moschee auf .
Noch mehr als Reisfelder gibt es allerdings Oelpalmen in riesigen Plantagen, sie säumen immer wieder unseren Weg nach Kudat. Die Oelpalme - ökologisch nicht einfach zu beurteilen - macht den neuen Reichtum Malaysias aus - udn damit auch den Sabahs.
Gegen 8:20 Uhr sind wir in Keningau, und die Sonne bricht zum ersten Mal durch den Nebel durch. Das Tal wird noch breiter und hier und da müssen wir langsam fahren, da sich freilaufende Kühe auf der Strasse befinden.
Es ist erstaunlich wieviel Rücksicht die Autofahrer auf frei laufende Tiere wie Hühner, Hunde und Kühe nehmen. Ich habe in der Woche in der wir unterwegs sind, erst ein totes Tier auf der Strasse gesehen.
Auffallend sind auf dem Weg auch die blauen Dächer (richtig, die sind eher selten rot) und die vielen Schulzentren. Bildung ist in Malaysia gratis und wird vom Staat stark gefördert.
Nach gut zwei Stunden gerät zum ersten Mal der gewaltige Mount Kinabalu (4090 m hoch) in unsern Blick.
Tambunan ist kurz nach 9 Uhr erreicht: Zweites Frühstück mit chinesichem "Brot" mit Nussfüllung. Ich vermute es ist aus Reissmehl, denn es ist total weiss.
Ueber den ersten Pass geht es weiter nach Ranau. Die wenigen Kreisel auf dem Weg erinnern michstark an den Thurgau: jeder ist mehr oder weniger künstlerisch gestaltet, so steht auf einem z.B. ein überdimensionales Musikinstrument oder auf einem anderen die Skulptur einer riesigen Gingerwurzel mit einem Messer. Ansonsten befinden wir uns nun auf einer etwas abenteuerlichen Passtrasse mit vielen Schlaglöchernund Erosionsschäden: Dann steht da ein gelbes Schild mit der Aufschrift AWAS und kurz darauf irgendwas auf malaisch und 60 m- und schon ist die Strasse nur noch halb so breit. Um 11:00 Fotohalt auf der Passhöhe und eine halbe Stunde später Tankstopp in Ranau.
Auf der Weiterfahrt nach Kundasan machenwir noch Halt bei Olaf Schumann. Eigentlich ist er ja Professor und Islamspezialist am Sabah Theological Seminary aber nebenher züchtet er Orchideen. Leider war er nicht zu Hause, doch ein Blick durch die vergitterten Fenster seines grossen Gewächshauses zeigte, dass er nicht nur etwas vom Islam versteht.
Auf der Weiterfahrt nach Kundasan gab es viele Gemüsefelder, terrassenförmig angelegt- und es wurde touristischer (Hotels, Ressorts und aufgemotzte 4WD Pickups),denn da sind die vielen Touris, die auf den Kinabalu wollen. Er ist ein Weltnaturerbe und ohne Führer darf man da nicht hinauf.
Je höher wir die Passtrasse kletterten desto schlechter wurde das Wetter und nach dem Mittagshalt mit einer der feinen chinesischen Nudelsuppen begann es zu regnen. Später wandelte sich der Nieselregen in einen tropischen Regen. Nach 10 Minuten war der Spuk vobei und die PP zehn Minuten später machte uns deutlich was es heisst in den Tropen zu reisen: es war drückend heiss.

Während im Süden der Reis gerade reif war, wird im Norden bereits wieder neu angepflanzt und lindgrüne Reisfelder säumten unseren Weg. Um 14:30 erreichten wir Kota Balut, auch hier wieder ein verzierter Kreisel und viele Kühe am Strassenrand, die unsere Fahrt verlangsamten.
Hinter Kota Balut wurde eine neue Strasse durch den "Urwald" getrieben,  es staubte und schüttelte uns fürchterlich durcheinander. Ob wir 20 Stundenkilometer fuhren? Ich bezweifle es. Doch wie heisst die alte Autofahrer Weisheit: Jede Baustelle hat einmal ein Ende und jetzt ging es zielstrebig auf Kudat zu.
Im Süden  um Tenom warehn uns immer wieder Kirchen der BCCM aufgefallen, dann gab es auf der Fahrt nach Kudat lange keine mehr, und jetzt vor Kudat liest man wieder BCCM und auch PCS, Protestant Chruch of Sabah, und auch die ersten Longhouses waren von der Strasse aus zu sehen.
Um 16:45 eintreffen in Kudat und Zimmerverteilung.
In der Hotel Lobby wird es plötzlich laut. Eine Gruppe (süd) koreanischer Touristen hatte vor Monaten gebucht und war gestern nach einer Nacht auf die Strasse gesetzt worden mit der Begründung es sei kein Platz mehr im Haus. Man hatte ihnen dann für heute Zimmer versprochen. Doch als sie heute Nachmittag kamen, gab es keine, und dann kamen wir - und hatten die Zimmer.
Nun ich verstehe kein koreanisch, aber die Gewitterwolken über ihren Köpfen, die waren offensichtlich.
Empfangen wurden wir in Kudat von Sopirit Massandu. Er ist Generalsekretär der PCS und sein Büro ist knapp drei Kilometer vom Hotel entfernt.
Morgen geht es dann auf Gemeindereise und einige von uns reisen dann nach einmal in den Urwald.
Für heute aber ist vor dem Abendessen erst noch einmal ein Runde Swimmingpool angesagt.