Mittwoch, 28. April 2010

Sabah - Impressionen I - TIP of BORNEO

... dass ich mich in einem Land mit vielen Muslims befinde, nämlich in Malaysia, dass habe ich gestern nicht nur an den vielen verschleierten Frauen gemerkt, die jungen Frauen übrigens eher mit Kopftuch und manchmal doch recht eng sitztenden Jeans - sondern auch im Hotelzimmer: an der Decke gab es einen grünen Pfeil - der zeigt nach Mekka.


Aber von Anfang an.
Seit einiger Zeit wusste ich dass mich als Präsident der Basler Mission eine Dienstreise nach Sabah/Malaysia erwartet. Immerhin unterstützt die Basler Mission, heute operationell von mission 21 vertreten, mehrere Programme der evangelischen Kirchen in Sabah - oh, da läuft gerade eine Eidechse in der offenen Hotelhalle die Säule hoch - ALSO  zurück zu Sabah und den Kirchen. Chinesische Einwanderer gründeten vor gut hundert Jahren dort eine Kirche, die sie nach den Missionaren nannte, dank denen sie  noch in China Christen geworden waren: Basel Mission Church.
Vor etwa 60 Jahren merkte ein Volk im Norden Borneos, dass es den chinesischen Einwanderern viel besser ging als ihnen. Sie beobachteten genau, dass diese Chinesen an einem Tag in der Woche nicht arbeiteten - dem Sonntag. Dass müsse es wohl sein, dachten sie sich und  - langer Rede kurzer Sinn - sie wollten nun auch Christen werden, aber nicht irgendwelche, sondern so wie die Chinesen, nämlich "Basler" Christen. Ein Basler Missionar, der  viel später dann im Thurgau Pfarrer war, wurde zu ihrem Missionar: Heinrich Honegger (vgl. den Dokumentarfilm, Der Ruf der Rungus, zu beziehen über die Geschäftsstelle der Basler Mission in 4003 Basel, oder beim Kirchenrat des Kantons Thurgau in 8500 Frauenfeld.

 Die "Missionstation" Honneggers bei den Rungus - heute 

Aus diesen Anfängen wurde 1952 eine Kirche gegründet, die Protestant Church of Sabah, welche heute über 300 Gemeinden in Nordborneo hat und zum Lutherischen Weltbund gehört. Von Basel aus wird aber auch die chinesische Kirche, eben diese Basel Mission Church und deren malayisch sprechender Teil unterstützt und das Theologische Seminar  (STS) in Kota Kinabula. Dieses interdenominationelle Seminar, das einzige seiner Art  in ganz Malaysia, weiht  neue Hörsäle ein - und darum bin ich eben zur Zeit nicht in Märstetten, sondern in Sabah.
Der 12 stündige Flug mit Singapur Airlines mit der neuen A380 war sehr ruhig. Das Flugzeug selbst sensationell ruhig. Reisegeschwindigkeit über 1000 Stundenkilometer und fast 11.000 km in einem Rutsch bis Singapur.
Singapur selbst ist grün, grün, grün. Wirtschaftswachstum - jetzt für Singapur nach der Krise: Im vergangenen Monat März  + 46!!!!% gegenüber Februar.
Elektronik am Flughafen was das Herz begehrt - und es scheint, dass für alle Arbeit da ist. so zumindest erzählte es der Fremdenführer.
Obs stimmt? Das konnten wir nicht überprüfen.
De Aufenthalt war leider nur 6 Stunden und dann weiter nach Sabah. Von Kota Kinabalu  (KK) habe ich noch nicht viele gesehen, denn wir kamen gestern an, hatten ein Arbeitsessen mit "Chef" vom STS,  in einem hervorragenden "SEAFOOD" Restaurant und dann ging es heute morgen  nach Kudat. Unterwegs beim Halt gab es "gezogenen Tee", der fürchterlich gesüsst war -mit Nido, das ist Nestle Milchpulver. Dann Weiterfahrt zu einem "Longhouse", dass ist oder besser war, die typische Wohnform der Rungus. Das Haus steht auf Stelzen, und jede Familie hat ein  Zimmer, ich meinte gelesen zu haben, dass sich bis 20 Familien ein Haus teilten. In der Mitte des Hauses ist die "Dorfstrasse" und links sind die Wohnungen und auf der anderen Seite  der "Strasse" die "Terasse" bzw der Arbeitsplatz. Das Dach ist aus Palmenblättern und der Boden aus Bambus. Es läuft sich angenehm auf diesem Bambus, denn die Schuhe zieht man auf der "Dorfstrasse" und in den Wohnungen aus.




 Ein anderer Typ "Langhaus" auf Sabah aus dem Archiv der Basler Mission unter www.bmpix.org

Am Nachmittag ein kurzes Gespräch mit dem Sekretär der PCS in der zentralen Kirchenverwaltung, dem ehemaligen Wohnhaus des Basler Missionars Otto Dilger und anderen , das wir heute Abend beim Essen gemeinsam mit anderen Pfarrern noch vertiefen werden- und eben dieser Besuch beim Tip of Borneo, dem Ort an dem Magellans Flotte einen 40 tägigen Reparaturaufenthalt auf ihrer "Weltreise" einlegen musste.