Dienstag, 2. März 2010

Erschüttert

wurde Chiles Erde bis in die Grundfesten.
Wir sind erschüttert über die Bilder, die wir sehen, und die, die wir nicht sehen, auch gar nicht sehen wollen: die Bilder von Toten und Verletzten.
Immer noch nicht haben wir Nachrichten von allen unseren Freunden, und die Nachrichten in den Medien werden nciht besser:
Die Zahl der Toten steigt, die Ueberlebenden sind ohne Wasser und Lebensmittel, und die Plünderungen nehmen zu.
In Concepcion und darüber hinaus gilt Ausgangssperrre. Das heisst von abends 20:00 bis mittags 12:00 Uhr darf sich niemand ohne triftigen Grund ausserhalb seines hauses oder Grundstücks befinden.
Angesichts der Plünderungen hat der Kommandant einen Schiessbefehl herausgegeben.
Böse Erinnerungen werden in den älteren Chilenen udn Chileninnen wach: Die Zeit der Militärdiktatur.
Eine Erschütterung mehr: noch einmal mit ansehen zu müssen, dass das Militär in den Strassen regiert.
Ja, es ist eine Notstandsmassnahme - und persönlich finde ich das durchaus gerechtfertigt. Aber ich habe die Diktatur nicht erlebt, habe nicht erlebt, wie einer meiner Freunde an einer von Militärs errichteten Strassensperre erschossen wurde.
Ich denke, danach sieht man den - notwendigen- Militäreinsatz nochmals anders.
Und ncoh etwas wurde in Chile erschüttert, auch und gerade angesichts der Plünderungen.
Der Galube an eine solidarische Gesellschaft.
Diese Verletzungen gehen nicht weniger tief.
Die Nachrichten aus Chile wurden uns, und einen grossen Teil des chilenischen Volkes noch lange beschäftigen.