.... wenn die Besitzerin aus zwei Schlüsselbunden krampfhaft versucht, den Schlüssel für das Aussentor, dann den für das Gitter vor der Wohnung (immer abschliessen!!) und auch noch die zwei Wohnungsschlüssel zu finden.
Schlussendlich haben wir alle Schlüssel, aber es sind Kopien vonKopien von denen Kopien gemacht worden waren, und das Schloss an der Tür ist so alt, dass es entweder nicht auf oder nicht zu schliesst. Es brauchte einige Zeit bis wir mit unseren Koffern in der Wohnung standen.
Darum erbitten wir zumindest ein neues Schloss, das heute auch - fast wider erwarten - installiert wurde. Die Wohnung in (relativer) Zentrumsnähe: 700 Meter zu Fuss zur Metro und dann nochmals mit derselben ca 12 - 15 min bis ins Zentrum. Der Fahrpreis ist in Spitzenzeiten zumindest für einen chilenischen Normalverdiener nahe an der Schmerzgrenze: 485 Pesos umgerechnet ca 1 Franken. Der Mindestlohn beträgt 160.000 Pesos, also rund 350 Franken.
Aber zurück zur Wohnung. Grosszügig ist sie, mit ihren 3 Zimmern und einer kleinen Küche. In Santiago sind die Küchen in den alten Häusern der "besseren" Stadtteilen immer klein, dann da arbeitete ja "nur" die Hausangestellte. Wohnküche - was ist das?
Nun die Küche ist zwar klein und zum Ausgleich auch wenig sauber, ebenso wie das Badezimmer. Da hiess es dann: selbst Hand anlegen und putzen. Am Samstag soll ein Maler kommen, der das Badezimmer neu malt, aber es fehlt auch noch ein "Gasfitter", also ein Klempner, der die Armaturen so herrichtet, dass man auch duschen oder baden kann. Insgesamt wäre es eine schöne Wohnung, wenn die Besitzerin nicht schon vor Jahren aufgehört hätte, etwas zu investieren. Die Gründe dafür kenne ich (noch) nicht. Aber die Klagen über die tropfenden Wasserhähne sind so alt wie der Hausmeister, oder zumindest so alt , wie er als Hausmeister im Gebäude amtet: 10 Jahre. Ach ja - die Fenster schliessen auch nicht. Jetzt im Sommer ist es ja ganz angenehm, wenn bei 30 Grad ein etwas kühlerer Luftzug durch die Wohnung weht - aber wenn der Herbst kommt?
