Sonntag, 29. Januar 2012

Geschichte(n) aus Sabah 1

Noch kurz zu gestern, dem Besuch bei der BCCM, der Basel Christian Church auf Malaysia, die den Namen nach we vor Stolz im Namen führt. Sie ist KEINE Missionskirche, obwohl am Anfang Basler Missionare standen, die ab 1846 in China und den Hakka Chinesen arbeiteten. Die Hakka zettelten gegen die chinesiche Zentalregierung eine Revolution an dessen Hintergrund die Erreichung des Reiches der Gerechtigkeit war.
Der Aufstand scheiterte und einige 1000 Hakka wurden 1882 nach Borneo deportiert, vertrieben etc. Dort hielten sie an ihrem Galuben fest und bereits 1886 errichteten sie ihre erste Kirche. Heute gibt es einen englisch-sprechenden Zweig der Kirche, natürlich einen chinesischen und einen malayischen Zweig alle unter einem Bischof - und sie betreiben Mission z.B. in Kirgisien.
Heute Sonntag stand nach einem ausgiebigen Frühstück  mit frischem Mangosaft udn frischem Obst Spiegelei und hundertjähriges Ei, Toastbrot und Cornflakes (sushi wollte ich doch nicht schon am frühen Morgen) ein Gottesdienstbesuch bei der chinesischen Kirche an. Auffallend das blau-rot blickende Kreuz,  vorne beim Rednerpult, der stilisierte Plastikweihnachstbaum mit seinen blinkenden Lichtern und überall das rot der Lampione, die an das chinesische Neujahrsfest (wir sind im Jahr des Drachen)  vor einer Woche erinnern.
Deshalb waren heute mit ca 80 bis 100 Personen auch nicht viele Personen im Gottesdienst. Begrüssung durch Peter Lee, den ich bereists vor knapp zwei Jahren kennenlernen durfte. Das ist  der Mann mit der typischen chinesichen Karriere: vom Füchtlingskind zum Bauunternehmer und Restaurantbesitzer. Sein neues Seafood Restaurant ist noch grösser und schöner als das alte - und er liess es sich auch nicht nehmen, die ganze Gruppe zum  Mittagessen in sein Restaurant einzuladen.
Zurück zum Gottesdienst. Er wurde von einem Lobpreisteil eröffnet. Man sah und hörte, dass Karaoke sich "auszahlt". Das Liedgut kam mir sehr methodistisch pfingstlich vor, erinnerte in manchem an die Lieder, die auch aus den Pfingstkirchen in Chile kannte, und da es Daniel ähnlich ging könnten wir kräftig chinesisch mitsingen. YE SU heisst ja in der ganzen Welt gleich.
Die Predigt, unterstützt von einer Powerpoint Präsentation, wurde von eienr Frau gehalten die unheimlich präsent war. Auch wenn man, wie ich nichts verstanden hat, hatte man das Gefühl es ist gepredigt worden.
Dann kam noch ein Grusswort von mir- natürlich nicht auf chinesisch sondern auf englisch. Es kam gut an, dass ich ihnen ein Jahr des Wachstums an Zahl und Geist wünschte.
Nach dem Mittagessen war noch eine "kurze" Führung in der Stadtmoschee von Kota Kinabalu angesagt. Sie ist eine der grossen im Land, der Staat zahlt den Bau und Strom und Wasser, den Rest müssen die Glaübigen aufbringen. Die Moschee fasst 12000 Personen.
Wir mussten die Schuhe ausziehen, durften dann aber trotzdem nicht auf den Teppich, Frauen mussten Haare und nackte Arme verhüllen und dann wurde von unserem Führer, einem ehemaligen Ingenieur bei TOYOTA, die Attraktivität des Islam beschrieben - na ja mir war der Frieden, der da gelobt wurde dennoch nicht attraktiv genung, wiewohl in Sabah versucht wird das fragile Gleichgewicht der Religionen zu erhalten.
Aus der kurzen Führung wurden fast 1,5 Stunden und das uns manches nun doch etwas zu rosa und blauaugig vorkam hatten wir anschliessend einen Termin mit dem Islamkenner Prof Dr. Olaf Schumann am Sabah Theological Seminary, der uns dann seine Position darstellte, wobei er allerdings sehr sehr ins Detail ging und er nicht mit doch einer gewissen Müdigkeit unter den Teilnehmendne nicht gerechent hatte. Aber man spürte auch so, dass man in ihm einen profunden Islamkenner vor sich hat, der uns darauf hinwies, dass das Wort Sharia nur einmal im Koran vorkommt, udn selbst wenn man den entsprechenden Wortstamm nimmt, findet man den Begriff nur 6 mal im Koran.
Er nahm auch dazu Stellung, dass der Koran ursprünglich - wie übrigens auch Teile des Alten Testaments- zunächst als Weisung gedacht war, ehe er zum "Gesetz" wurde. Vieles von dem, was man heute dem Islam vorwerfe sei gar nicht islam sonden islamistisch - und das sind zwei paar Schuhe und obwohl ein islamischer Staat hat Malayasia mit islamistischen Strömungen nicht so vie zu tun.
Schumann plädierte dafür genau hinzusehen und hinzuhören, dann - und nur dann könne es zum Dialog kommen, denn Islam ist nicht gleich Islam und war es auch nie. Aber auch da werde in der Diskussion gerne vergessen.
Irgendwann bin ich dann mit einigen zum Hotel zurück, andere blieben bis fast 19:00 in der Diskussionsrunde, Und dann gib es (wieder einmal) Essen, aber diesmal nur Seaside und nicht Seafood. Malayisch war angesagt. Leichte und gut gewürzte Küche - und das beste kam zum Schluss: Pudding aus Kokosmilch, in der Nuss serviert - da hätte es alles andere, was es vorher gab, fast nicht gebraucht.