Mittwoch, 27. Mai 2009

Oekumene offiziell


Gestern Abend "Cena ecumenica", das jährliche Abendessen für die Fraternidad Ecumenica de Chile. Eingeladen waren wir in den Saal der syrisch orthodoxen Kirche und es gab arabisches Essen, mit gaaanz süssem Nachtisch.
Die mehr oder weniger 70 Gäste kamen aus verschiedenen Kirchen und ökumenischen Institutionen. Den Vorsitz hatte Kardinal Francisco Javier Errazuriz Ossa, und der Einladung folgten die, die an einer ökumenischen Arbeit interessiert ins. Nun gut, dass der Bischof der Anglikaner, Hector Zavala da war ist nicht weiter zu verwundern, aber auch orthodoxe Würdenträger waren anwesend, Vertreter der Bibelgesellschaft, Bischof Emiliano Soto von der Iglesia Evangélica Pentecostal Reformada, aber auch die Capellana der Moneda Juana Albornoz und der Capellan der Kripo David Munoz. Mit ihm, seiner Eherfrau, dem Hilfsbischof der anglikanischen Kirche, Abelino Apeleo, dem ersten indigenen Bischof in Chile, dem Vizepräsidenten der orthodoxen Gemeinde sassen wir an einem Tisch.
Klar ging es nicht um tiefschürfende Theologie, sondern eher darum, wieder einmal zusammen zu kommen, dennoch so meine ich, sind Dinge erwähnenswert:
a.) das Grusswort des Chefs der Kriminalpolizei der 5. Region, der spasseshalber meinte, dass sie von der Kripo eher im Dunklen arbeiten würden und die Kirchenmänner und -frauen eher im Licht - aber dass er und seine Männer und Frauen darauf grossen Wert legen auf das was "im Licht" gearbeitet wird, und was die Kirche zur Bildung einer Zivilgesellschaft beiträgt, sei nicht zu unterschätzen.
b.) die Rede des Kardinals, der unter anderem zur gemeinsamen Arbeit ermuntert, die Dinge die man gemeinsam tun könne und müsse: das sei zum Einen die Vorbereitung der 200 Jahrfeier Chiles im Jahr 2010 ( man will gemeinsam eine handgeschriebene Bibel erstellen, in der möglichst viele Menschen aus dem ganzen Land einen Vers schreiben) und eine Initiative zum Schutz des Sonntags, die nur dann Erfolg haben kann, wenn alle zusammenarbeiten.

Das war dann auch der Einstieg in das offizielle Schlusswort, zu dem ich gebeten worden war und in dem ich genau diese prophetische Rolle der Kirchen unterstrich und die Notwenigkeit gemeinsam Zeugnis von dem einen Gott und Herrn zu geben.

Nach dem offiziellen Schluss hatte ich noch Gelegenheit mit Bischof Zavala von der anglikanischen Kirche über die Arbeit "seiner" Kirche zu reden. Eine Kirche die in den letzten Jahren gewaltig wächst. Einen der Hauptgründe, das was man von Menschen zum Kirchenwachstum beitragen könne, sei dass man "Lideres", will heissen Menschen, die führen können, und das auf allen Ebenen - und dass man den Menschen Verantwortung für "ihre" Kirche gebe. Das sei eines der Ziele gewesen, als er sein Bischofamt antrat - und die Zahl von 90 Gemeinden zeige, dass man auf dem richtigen Weg sei, sich nicht zu verstecken sondern als Anglikaner aufzutreten und sich als Christen und Christinnen zu zeigen - in allen Bereichen der Gesellschaft.