nachdem ich mich anlässlich des Abendessens gestern über Fortschritte in der Oekumene gefreut hatte, kam dann ein erster Dämpfer schon bei der Heimfahrt mit der Metro, im Gespräch mit zwei Teilnehmenden fiel die Bemerkung, dass ihr Eindruck sei, dass der offizielle Oekumenebeauftragte im Bistum Santiago von Oekumene und den entprechenden Themen wenig Ahnung habe und vom interreligiösen Dialog wohl kam mehr als das Wort gehört habe. Schade
Der wohl sehr viel bittere Tropfen war im Regen der Informationen die ich in den letzten Wochen und Monaten bekommen habe wohl vermischt und damit wenig bitter geworden, aber gestern stiess er mir wieder auf:
Das Thema der Militärgeistlichen - unabhängig von pro und contra - es gibt ihn in Chile. Dem Militärbischof der im Rang eines Generals steht ist direkt vom Vatikan benannt (seit 1911) und von daher dem Erzbischof keinerlei Rechenschaft schuldig - und der aktuelle Bischof, Juan Barros Madrid wurde 2004 von Papst Johannes Paul II eingesetzt und hat mit Oekumene nichts am Hut. So wurde dem evangelischenPfarrer der Zutritt in die Kapelle im Neuen Spital der Militärs verweigert, so dass die Evangelischen sich einen Andachtsraum im Lichthof eingerichtet haben und jetzt hintertreibt er jeden Versuch, das Büro auch offiziell als solches zu kennzeichnen und eine entsprechnde Struktur aufzubauen.
Monsenor Barros Madrid hat wohl die Ergebnisse der letzten Volkszählung nicht gelesen, dass da nur noch von gut 70% Katholiken im Land die Rede war, und Kirtische Geister innerhalb der römisch katholischen Krieche gehen davon aus, dass 2012 bei der Volkszählung das Ergebnis knapp 60% sein könnte.
Nein nicht dass es so viele neue Evangelische geben würde. Eines darf bei allem Wachstum, dass die (evangelischen) Kirchen zeigen, nicht vergessen werden. Die Gruppe die am schnellsten wächst ist die der Zweifler. Und von daher - und hier nehme ich meine Worte von Dienstag Abend wieder auf, ist es unverzichtbar, ja nötig, gemeinsam als Christen in der Vielheit der Kirchen, die Stimme des Evangeliums in der Gesellschaft hörbar zu machen.

