Eigentlich dürfte ich nicht "Sonntag" schreiben, sondern eher Donnerstag, denn wir sind in der Karwoche, und fängt für mich, seit ich in Chile war, klar mit dem Gottesdienst Gründonnerstag an.
In der lutherischen Kirchgemeinde "La Reconciliacion" habe ich die intimen Abenmahlfeiern mit gemeinsamen Abendessen 1991/92 kennengelernt, sie gepflegt und auch in Märstetten feiern wir seit 1998 ein Agapemahl am Gründonnerstag im kleinen Kreis.
Von daher war es klar, dass ich am Gründonnerstagabend in der Kirchgmeinde La Reconciliacion sein würde. Von ihr war schon einmal die Rede, von daher kannich mich kurz fassen. Wir kamen natürlich zu früh - man weiss ja nie, wie lang so ein Bus braucht, aber von Haustür zur Kirchentür haben wir diesmal nur eine Stunde gebraucht. Es war ausser Pastor Haaks noch niemand da, aber Tisch und Stühle schon gestellt. Ich war erstaunt als ich sah, dass für knapp 100 Menschen gedeckt worden ar.
Wird das voll? fragte ich Enno. Seine Antwort signalisierte gute Hoffnung. Ich konnte mich noch an die 15 bis 20 Frauen und Männer damals imGemeindesaal der Trinidad-Gemeinde, wo die Versöhnungsgemeinde Gastrecht hatte, erinnern.
Es kamen wirklich so viele, ganze Familien mit Kindern (abends von 20.00 bis 22.00 Uhr), die Feier aus Gottesdienst, mit Abendmahlsliturgie, verbunden mit der Liturgie des jüdischen Passahfestes, durchzogen von Taize-Liedernbegelitet mit Orgel und Gitarre und einer auf die Situation der Gemeinde bezogenen Predigt war nachdenklich feierlich - und doch fehlte etwas von dem, was ich von früher her kannte: die Intimität.
Das ist wohl der Nachteil des Gemeindewachstums, plötzlich kommen ganz andere Leute, andere bleiben weg, man kennt sich weniger und von daher bleibt man eher unter sich, vor allem bei den etwas reservierten deutschen Gemeindemitgliedern. Zugegeben, wir haben uns am Tisch gut unterhalten, aber das Gespräch nach dem Gottesdienst ging nicht in die Tiefe. Schade.
Dafür war dann der Gottesdienst an Karfreitag sehr viel intimer, im ganz kleinen Rahmen. Wieso? Nun das hat eine Vorgeschichte - und die steht nicht unter Sonntag und Kirchgang VI, wie man vermuten könnte, sondern im Post "Begegnungen".
