Mittwoch, 8. April 2009

Sonntag und Kirchgang V



Heute kann ich es kurz machen. Wir waren in der Kirche LA UNION CRISTIANA der "Iglesia Evangelica Presbiteriana en Chile", ganz in der Nähe der CTE, und die erste Kirche an deren Gottesdienste ich 1990 in Chile teilgenommen hatte. Der Gottesdienst begann im 11:30 Uhr, die letzten kamen gegen 12:15 Uhr. Die Predigt hielt ein ehemaliger Student von mir und auch sonst sah ich, sahen wir einige bekannte Gesichter, Freude herrschte allgemein- und in einem Fall auch tiefe Emotion. Der Gottesdienst dauerte mit Abendmal gut 90 Minuten, davon 35 Minuten Predigt und der Rest war Bibellesung (jede(r) hatte seine eigenen Bibel dabei) und (eher schwacher) Gemeindegesang. Der Anteil von Männern und Frauen war bei ca 80 Besuchern ausgegliechen, auch von der Alterspyramide her zwischen Kindern, Jugendlichen. Erwachsenen udn Alten. Die Predigt war stark textzentriert und zugleich kontextbezogen - von daher wohltuend.
Aufgefallen ist mir, das auch hier kein UnserVater im Gottesdienst gebetet wurde. "Manchmal", meinte Pfarrer Eduardo Vidal.
Wichtig war der Kirchenkaffee im Anschluss an den Gottesdienst, wo ich eine der Studentinnen von der UMCE wiedertraf.
Sie erzählte mir von der Anglikanischen Kirche, welche als historische Kirche am Wachsen sei, mit Veranstaltungen für Ehepaare, Lager für Kinder und Jugendliche und zum Teil zwei Gottesdienste an einem Sonntag: einen für die "Stammkundschaft" und einen für Junge und Experimentierfreudige, mit moderner Musik und anderen Formen der Verkündigung - und sie als Presbyterianerin- finde, es sei eine ganz ansprechende Kirche, vor allem Dingen, sie sorge für spirituelles, für geistiges Wachstum in ihren Reihen - etwas was man auf der Webseite der Kirche (http://iach.cl/portal) in Chile auf den ersten Blick feststellen kann und das nicht nur wegen der vielen jungen Menschen auf den Bildern.

Im Kontrast dazu eine Meldung aus der Schweiz, veröffentlich im Netz der reformierten NACHRICHTEN:
Wie haben es Deutschschweizer Jugendliche mit Gott?  Vier von fünf Deutschschweizer Tennager glauben an etwas Göttliches, doch mit Bibel und Kirche wollen viele nichts zu tun haben. Dies das Resultate einer nationalen Studie, die in der jüngsten Ausgabe des «Beobachters» vorgestellt werden.  Nur 22 Prozent der 13- bis 16-Jährigen der Deutschschweiz glauben sehr, «dass es Gott oder etwas Göttliches gibt». 42 Prozent glauben «mittel/ziemlich», 19 Prozent wenig, 16 Prozent gar nicht daran. Dies ist das Resultat einer repräsentativen Umfrage bei 748 Jugendlichen im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms 58 «Religionen in der Schweiz».  Durchwegs spielen Religiosität und religiöse Riten für freikirchlich orientierte und muslimische Jugendliche eine viel grössere Rolle als für reformierte oder katholische. Für junge Reformierte trifft die Aussage «Die Religion hilft mir, in schwierigen Situationen nicht zu verzweifeln», gar nicht oder wenig zu, während Muslime mittel bis ziemlich und freikirchliche Jugendliche sehr zustimmen. Ähnlich wenig glauben Reformierte daran, dass ihre Religion ihr Handeln im Alltag beeinflusst. Sie glauben auch wenig oder gar nicht an Satan oder böse Geister, fast ebenso wenig an Engel oder gute Geister und an die Wichtigkeit des persönlichen Gebets. Auch die Teilnahme an religiösen Feiern ist für freikirchliche Jugendliche sehr, für Muslime wichtig und für reformierte und katholische Teenager eher unwichtig.  Hier bleibt für uns als Kirche in der Schweiz wohl Einiges zu tun.