besonders das Vertrauen in den Heiligen Geist, wenn in der Schweiz und Deutschland wieder mehr Menschen zum Glauben kommen sollen."
Das war die eindeutige Mehrheitsmeinung de Studentinnen und Studenten der UMCE (Universidad Metropolitana de Ciencias de la Educacion), deren Lehrerin mich zu einem Vortrag eingeladen hatte.
Die Einladung hatte ich schon vor einigen Wochen aufgrund meines Buches über die chilenische Kirchengeschichte bekommen, welches Grundlagenliteratur für den Kirchengeschichtskurs ist, den sie an der UMCE hat.
Die 28 Männer und Frauen, die an diesem Vormittag vor mir sassen, lassen sich zu zukünfitigen Lehrerinnen und Lehrern für evangelische Religion ausbilden, denn ab 2011 brauchen alle, die Religion an öffentlichen oder subventinonierten Schulen unterichten wollen, einen staatlich anerkannten Titel.
Ich wusste nicht so recht was ich dort in einer Stunde erzählen sollte. Hatte mir sicherheitshalber ein Exemplar meines "Bosquejo de la Historia de las Iglesias en Chile" eingesteckt und einen kurzen Vortrag über Calvin. Es wäre nicht nötig gewesen. Allein als ich von der Motivation erzählte, die dahinterstannd, als ich dieses Buch schrieb, war Anlass genug in die Diskussion einzutreten, denn das wollen sie, von ihrer Geschichte erfahren, die Geschichte der evangelischen Kirche, ihrer Kirche, obwohl diese zum Teil noch keine 30 Jahre alt ist - und in dieser Geschichte spielt der Heilige Geist eine wichtige Rolle.
Einer der Studenten drückte es so aus:
"Was ist der Unterschied zwischen dem Petrus, der Jesusu verraten hat und dem Petrus, der am Pfingstfest in Jerusalem öffentlich auftritt und sich zu Jesusu bekennt:
DIE TAUFE MIT DEM HEILIGEN GEIST, wie Jesus es laut Apostelgeschichte 1,8 versprochen hat: "Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde." (diesen Vers konnte er auswendig) und diese Geistgewissheit müssten alle haben, die sich darauf einlasse, das Wort Gottes weiterzugeben, sei es auf der Strasse, als Religonslehrer oder als Pastor=Pfarrer.
In Chile habe man seit 1909, dem Beginn der Pfingstbewegung, immer wieder erfahren, wie der Geist in den Kirchen wirkt und er sieht es als Aufgabe an von Chile aus, diese Geistgewissheit in die Welt zutragen. (In Tat und wahrheit gibt es invilen Ländern Lateinamerikas chilenische Missiionare, aber auch in Russland und in Deutschland) Für ihn ist das, was damals in Chile geschah, ein Segen.
Gut das war ein Statement - aber ich hörte ähnliches noch ein paar Mal von den 28 Studenten aus 26 verschiedenen Kirchen (nicht Kirchgemeinden).
Diese Ueberzeugung sei wichtig, dass der Geist in einem wirke, und die habe ja auch Willis Hoover gehabt, als er damals 1909 die Vigilien durchgeführt habe, die dann zur Pfingsterfahrung in Valparaiso geführt hätten.
Und warum das bei der presbbyterianischen (reformierten) Kirche denn nicht geklappt habe, damals in Chile, wurde ich gefragt.
Nach Martin Luther wurde ich gefragt und warum die Reformation in Deutschland begonnen habe - aber auch danach, warum die Deutsche Lutherische Kirche in Chile nie Mission betrieben habe, und wie Christen zu Nazis werden können, und ob die Pfarrer in der Schweiz diese Geistgewissheit hätten? Fragen, Antworten und Diskussion ... statt 1 Stunde sass ich fast zwei Stunden im Hörsaal ... und einen Satz habe ich besonders mit nachHause genommen, nämlich die Antwort auf meine Frage, warum sie ReligionslehrerInnen werden wollen:
"In den Kindern und Jugendlichen das Bewusstsein vermitteln und stärken, dass ihr Leben von Gott kommt und sie ihr Leben auf ihn hin ausrichten, damit es ihnen und der Welt gut gehe."
Wenn ich in die Schweiz zurückkomme, werde ich mal nachschauen, was als oberstes Lernziel über unseren Unterrichtsplänen für den Religionsunterricht steht.

