Donnerstag, 5. März 2009

Was mir sonst noch aufgefallen ist


Zugegeben, 10 Jahre ist eine lange Zeit, aber dass in 10 Jahren fast alles 100% teurer geworden ist, das stimmt schon bedenklich. Nur eben, die Löhne sind nicht um 100% gestiegen, die hinken der Entwicklung gewaltig hinterher und die Kaufkraft für die Masen wird eher weniger. Schlimm ist, wie für Kreditkarten geworben wird: Nehmen sie unsere Kreditkarte, damit bekommen sie hier und da und dort 20%, ja 30% Rabatt, wenn sie mit unserer Karte einkaufen - und dann wird, wie schon vor 10 Jahren in Raten gekauft was das Zeug hält. Selbst imSupermarkt wird man beim Lebensmitteleinkauf gefragt, ob man 2 oder 3 Raten haben möchte.
Etwas was sich im Stadtbild total verändert hat, das ist, dass es jetzt Motorräder gibt. Die gab es früher auch schon, aber eher bei der Polizei: die schweren BMWs für die Verkehrspolizei und die wendigen Geländemaschinen für die Carabineros. Jetzt gibt es Harleys für den eigenen Sicherheitsdienst unseres Stadtviertels - und ganz viele andere Menschen die Motorrad fahren. Und dazwischen die Radfahrer. Also für mich im Velo durch Santiago wäre Selbstmord, doch es gibt nun sogar Radwege und in Providencia, wo wir wohnen, gibt es sogar Mietvelos, die man an bestimmten Stellen holen und woanders wieder abgeben kann.
Und noch etwas ist anders geworden.
Es gibt TRANSANTIAGO (www.transantiago.cl) Siehe Bild oben. Nicht mehr die rasenden weiss gelben Busse, die hielten, wenn man die Hand ausstreckte, irgendwo am Strassenrand. Jetzt sind die Busse grün weiss, zum Teil gross mit Zieharmonika, und es gibt richtige Haltestellen, die sogar angeschrieben sind. Und die Busse halten - wenn sie halten - nur an ihren Haltestellen. Das System ist flüssiger, aber auch teurer geworden. Die Fahrer sind fest angestellt und fahren nicht mehr auf Provisionsbasis - ziehen auch kein Geld mehr ein, sondern es gibt ein BIB Karte, die man vorher kaufen bzw. aufladen muss (im Bus werden die Dinger an ein Lesegerät gehalten, und wenn Geld auf der Karte gespreichert ist macht es BIIIB, ein grünes Licht leuchtet beim Fahrer und man darf nach hinten im Bus durchgehen) - und haben, das die Beschwerde vieler Nutzer, kein Interesse zu halten, um Fahrgäste aufzunehmen: Geld bekommen sie ja sowieso.
Nun, ob das wahr ist, konnte ich bis jetzt nicht feststellen, aber sicher ist, dass dieses System nciht nur den Benutzer, sondern auch den Staat sehr viel Geld kostet, da die Verträge, nach Aussagen verschiedener Einheimischer, den Busunternehmen zuviel Freiheit liessen. Diesbezüglich hat sich nichts geändert. Die "Micreros", die Busunternehmer liessen immer dann, wenn ihnen etwas nicht passte, die Muskeln spielen - und wenn die Busse nicht fahren, liegt Santiago lahm.