
In einen Gottesdienst geht man eigentlich nicht weil man muss, sondern weil man möchte. Konfirmanden und Konfirmandinnen bilden eine Ausnahme - aber manchmal möchten sie auch, aber tun so als müsse man, weil das ja viel cooler ist - bei uns.
Am Sonntag war ich erstaunt, 5 junge Menchen im Konfirmandenalter im Gottesdiesnt (spanisch) in der deutsch-spanischen lutherischen Versöhnungsgemeinde der Iglesia Evangelica Luterana en Chile (www.lareconciliacion.cl). Dass es nicht so einfach war dahin zu kommen, siehe unter ZEIT - aber es hat sich "gelohnt". Der Empfang war herzlich, mit Bruder Haaks war ich bereits per mail im Kontakt - und so langsam kamen dann auch einige Gemeindeglieder. Ich kannte die Gemeinde von früher und hatte von 1991 bis 96 hier und da mitgearbeitet - und wenn ein Pfarrer kommt, dann ist es fast konsequent, dass er in den Gottesdienst eingespannt wird. (Ich übernahm die Rolle des Lektors -auf spansich). Nun ja es kamen Gemeindeglieder. Junge, Familien mit Kindern, Gäste aus Deutschland, Alte und ganz Alte. Bewegend war es Gisela Schmidt Hebel zu sehen, Mitgründerin der Gemeinde in den siebziger Jahren, als sie Teil der Bewegung gegen Pinochett war. Ihr Mann war vor zwei Jahren gestorben und sie hatte im vergangenen Jahr einen Schlaganfall. Ich hatte sie als vitale und engagierte Frau in Erinnerug. Die Kirche füllte sich (nicht alle Plätze) nein, ab er nicht schlecht, der Besuch, wenn man davon ausgeht, dass es 160 zahlende Mitgli
eder in der Gemeinde gibt und ca 100 Kinder. Den Gottesdienst besuchten mehr als 50 Personen. Gottesdienst:11 Uhr sollte er anfangen, ein Mitglied des Kirchenvorstandes spielte leise im Hintergrund Gitarre, und wir unterhielten uns am Eingang, bzw auf den Plätzen, bis dann gegen 11:15 ein Jugendlicher zum Flügel ging und das Eingangsspiel übernahm.
Die Kinder blieben bis vor der Predigt, um dann mit zwei Konfirmandinnen in den Kindergottesdienst zu gehen. Insgesamt dauerte der Gd etwas mehr als eine Stunde. Danach gab es noch Kaffee und Saft im Patio (Innenhof) des Gemeindezentrums, das vor einigen Jahren mit Hilfe der ELCA, der lutherischenKirche in Amerika errichtet worden war.
Am Dienstag werde ich bei Pfarrer Haaks einmal nachhaken, wie er es geschafft hat, diese vor 12 Jahren kleine Gemeinde von Zahl und Kirchenleben her so hoch zu bringen.

