Donnerstag, 12. März 2009

Oekumene in Chile

Dass die kirchlich-religöse Welt in Chile vielfältig ist, das wusste ich ja. Was sich allerdings in den letzten Jahren geändert hat ist, dass diese vielfältige Welt versucht, Gremien zu schaffen, in denen man miteinander spricht, untereinander austauscht, gemeinsam Dinge plant, oder zumindest abspricht.
Eine dieser Einheiten, mit einigem Gewicht, ist die Fraternidad Ecumenica de Chile. Man trifft sich einmal im Monat reihum. Diesmal war dieses Treffen, verbunden mit einem Mittagessen im Convento San Fracisco in Santiago Centrum, im Franziskanerkloster das (immer noch bewohnt) der ältesten Kirche der Stadt angeschlossen ist, und das wenige Meter von einer der Hauptverkehrsachsen der Stadt, der Alameda, eine Insel der Ruhe ist. Die Franziskaner waren Gastgeber, sie sind Teil dieser Fraternidad. Kardinal Errazuriz schickte ganz offiziell einen Vertreter, und auch ein hoher Vertreter der orthodoxen Kirche war anwesend. Die Evangelischen waren vertreten unter andem durch David Munoz, er ist Capellan der Kripo und Juana Albornoz, sie ist die evangelische Capllana am Regierungssitz, der Monda, ausserdem waren u.A. anwesend, Gloria Rojas, von der IELCH, einer der lutherischen Kirchen, auch Methodisten waren da, der Vertreter der Bibelgesellschaft, und ein weiterer Orthoxoer Vertreter, Juan G. Prado, der Berater im Kongress ist.
Da ich zu früh kam, konnte ich mich längere Zeit mit Humberto Lagos unterhalten, dem "Minister für Religionsangelegeheiten" der chilenischen Regierung. Von ihm bekam ich einige Hintergrundinformationen über die Einführung des "Reformationstages" in Chile, über den Prozess der "offizialisierung" der (Pfingst)kirchen und die (drohende) Spaltung der Iglesia Metodista Pentecostal, die wohl (nach seiner Meinjung) in drei Teile auseinanderfallen wird, etwas, was nicht ohne Konsequenzen an der (evangelischen) Kirchenlandschaft vorbeigehen wird, ist die IMPCh doch die grösste Pfinsgtkirche - und das im Jahr, das mit grossen Feiern (100 Jahre Pfingstbewegung) hätte in die (Kirchen)geschichte eingehen können.