
Von Miguel war ja schon die Rede, nachzutragen bleibt noch, dass er immer wieder mit neuen Menschen zusammenkommt und Menschen auch zusammenbringt. Er braucht eigentlich kein FACEBOOK um zu sagen: Ich kenne den und den, wie zum Beispiel den Profifussballer Carlos und seine Verlobte Madeleine. Er aus Santiago, sie aus einem "Nest" mit 80 Einwohnern in Brandenburg. Sie hat vor einiger Zeit einen Coiffeur-Salon im Barrio Alto, in Las Condes eröffnet - und er will noch höchstens ein Jahr profimässig Fussball spielen und dann studieren. Lehrer will er werden, Grundschullehrer, den im Training mit Jugendmannschaften hat er gemerkt, dass es den Jungs an männlichen Identifikationsfiguren in der Schule fehlt.
Sport und Geschichte, das wärs - und reisen will er: In Deutschland war er schon, in Neuseeland hat er mal ein halbes Jahr gearbeitet - auf dem Bau. Carlos weiss, was er will und wovon er redet.
Spannend finde ich es dann oft, wie Menschen auf ihren Glauben und ihre Religion zu sprechen kommen, wenn sie erfahren, wer ihr gegenüber ist. Mit einem Pastor bei einem Glass Wein zusammenzusitzen, das konnte Carlos sich gar nicht vorstellen, und nicht nur, weil er katholisch ist.
Zusammen sassen wir an der Plaza Ñuñoa, im Cafe "El Amor nunca muere". Die Plaza ist immer noch "in", der Treffpunkt. Und das führt mich/uns zur nächsten Begegnung.
