Donnerstag, 5. März 2009

Am Dienstag war ich unterwegs zu meinem ersten Interviewpartner. Es geht mir dabei um Fragen zu den Pfingstkirchen, zur eigenen Kirche und dem Verhältnis zwischen den historischen evangelischen Kirchen und den Pfingstkirchen. Z. B.:

Wie zeigt sich der Einfluss der Pentecostales

………………………………………….in den Kirchen allgemein

………………………………………… in Staat und Gesellschaft

Wo sehen sie sich als Kirche im Geflecht der Gesellschaft und des chilen. Staates

Konkretisierungen des Einflusses (kirchliches Leben, Liturgie) Abwanderung/Zuwachs

Was tut ihre Kirche um diesem Phänomen zu begegnen – bzw. es weiter auszubauen

Gemeindeaufbau (Stärken/ Schwächen)

100 Jahre Pfingstbewegung – Chancen für die Evangelischen?

Verbindungen zur Oekumene



Keine Angst, viel von dem, was ich erfahren habe werde ich hier nicht aufschreiben. Und zum Anfang eigentlich noch einmal mit dem Thema Zeit zu kommen. (siehe vorherigen Post). Die Uhren gehen anders hier - und das nicht nur, weil wir zu Europa vier Stunden Zeitunterschied haben, oder weil wir jetzt im Spätsommer sind. Nein überhaupt. Es braucht für alles einfach mehr und andere Zeit. Die Fahrt in den anderen Stadtteil dauerte eine Stunde, und - obwohl ich pünktlich da war - musste ich dann noch gut 20 Minuten warten, bis wirklich Zeit für mich da war, da in der Zwischenzeit vom Zeitpunkt,als wir den Termin abmachten, anderes wichtig(er) geworden war.

Aber dann hatten wir doch eine gute Stunde, um über das Thema Kirchenwachstum und die Rolle der Diakonie in der Kirche zu reden. "Wir müssten in der Kirche aufpassen, dass die Diakonie nicht die Kirche auffrisst, dass alles schlussendlich Diakonie sein und das Geistliche zu kurz komme."

Aber das war eigentlich nicht das Thema, auch nicht, dass Geld die Menschen korrumpiert, dass auch finanzielle Hilfe aus Europa, so "wertfrei" sie gegeben werde, schlussendlich doch zu Abhängigkeiten führt, die man, auch in der Kirche, manchmal lieber nicht habe.

Was nun das Verhältnis historische Kirchen - Pfingstkirchen angeht, so stellt er bei den Pfingstkirchen weiterhin ein Wachstum fest, vor allem bei den sogenannten NEO-Pentecostales und nicht so sehr bei den etablierten Pfingstkirche. (Darüber eventuell mehr in der nächsten Woche) Allerdings müsse noch viel genauer untersucht werden, wie das mit den "Churchhoppers" sei. Also mit den Menschen, die ihre (Pfingst)Kirche immer wieder wechseln, weil sie nach einiger Zeit nicht mehr das bekommen, was sie sichen: Nämlich dieses Feuer, das alles verbrennt,das alles andere hinter sich lässt, sodass nur noch das EINE, oder der EINE, Gott, im Mittelpunkt steht.

Die Frage aber ist doch die: Wenn man das Bekehrungserlebnis mit der ersten Grosen Liebe vergleicht: "Mein Jesus ist mein ein und alles!" Wie lange kann ich die erste Grosse Liebe, oder besser, dieses erste verliebt-sein durchhalten. Das ist sehr, sehr schwierig, vielleicht sogar unmöglich, denn irgenwann einmal muss ich ja auch arbeiten, essen, schlafen. Die Vernunft sagt mir - nach einer Zeit der rosaroten Brille - jetzt muss auch das "normale" Leben weitergehen.

So ist es auch mit einem enthusiastischen Glauben - denke ich. Irgendwann, muss der auf eine andere Ebene kommen, damit ich auf dem Boden bleiben kann - bei aller Begeisterung. ODER bin ich da zu europäisch "vernunftig", zu sehr der Aufklärung verhaftet?

Nun gut: Ich meine die meisten Menschen in den Pfingstkirchen, die schaffen das, aber es gibt auch solche, die - fast wie bei einer Sucht - immer wieder diesen KICK, der Bekehrung,d er Erkenntnis, der Geisttaufe brauchen. Und wenn das nicht mehr in ihrer Gemeisnchaft passiert, dann suchen sie sich eine, in der es wieder passiert, und wieder und wieder - und über xx Jahre bleiben diese Menschen aber in der Kartei "ihrer" Kirche, obgleich sie schon längt weitergezappt haben, bzw weiter gehopst sind.

Ist das (nur) ein Eindruck, oder mehr? Auch dem gilt es nachzugehen.